News vom 08.03.2021

Kohleausstieg: Bundesnetzagentur prüft Anträge zur Systemrelevanz

Für drei nordrhein-westfälische Kohlekraftwerke prüft die Bundesnetzagentur nach einer Pressemitteilung derzeit noch bis 1. Juni 2021 ihre Anträge zur Relevanz für die Netzstabilität. Die Betreiber Uniper, Steag und RWE haben die Anträge für die Anlagen Heyden 4, Walsum 9 und Westfalen E gestellt.

Als Grund für die Systemrelevanzausweisungen geben die Übertragungsnetzbetreiber für die Anlage Walsum 9 die Bereitstellung von Wirkleistung für den Redispatch und für die Anlagen Heyden und Westfalen E die Bereitstellung von Blindleistung zur Spannungshaltung an.

Nach Bestätigung der Systemrelevanz einer Anlage durch die Bundesnetzagentur ergibt sich, abhängig von der Bestätigung, eine der folgenden Konsequenzen: Wird eine Anlage für den Wirkleistungsredispatch benötigt, erfolgt eine Überführung in die Netzreserve. Wird eine Anlage für eine Blindleistungsbereitstellung benötigt, erfolgt abhängig von der konkreten Netzsituation am Anlagenstandort eine Umrüstung zum rotierenden Phasenschieber oder die Anlage wird zum spannungsbedingten Redispatch in die Netzreserve überführt.

Die Kosten für die Vorhaltung in der Netzreserve sowie für die Umrüstung zum rotierenden Phasenschieber tragen die Netzkunden, da diese Maßnahmen den sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb dienen.

Bei Überführung einer Anlage in die Netzreserve darf die Anlage künftig nur auf Anforderung der Übertragungsnetzbetreiber angefahren werden, wenn dies zur Absicherung des Netzbetriebs notwendig ist. Die kommerzielle Nutzung der Anlage ist trotz Systemrelevanz untersagt, sodass sich die Einsatzstunden im Vergleich zum Marktbetrieb auf ein Mindestmaß verringern.

Wird wiederum eine mit Kohle betriebenen Anlage zum rotierenden Phasenschieber zur Bereitstellung von Blindleistung umgerüstet, entfällt die Kohleverfeuerung komplett.

Somit gehen die Treibhausgasemissionen auch für systemrelevante Anlagen deutlich zurück und das Ziel der Emissionsreduzierung wird erreicht.