News vom 04.07.2018

Projekt „Talwärme“: Fernwärmeleitung spart 450.000 Tonnen CO2 im Jahr

Fernwärmeleitung in Wuppertal ersetzt Kohle-Heizkraftwerk

Projekt „Talwärme“ - nach der Inbetriebnahme der neuen Fernwärmeleitung in Wuppertal wird das hier gezeigte Kohlekraftwerk in Elberfeld bald stillgelegt. Foto: WSW

Projekt „Talwärme“ - nach der Inbetriebnahme der
neuen Fernwärmeleitung in Wuppertal wird das hier
gezeigte Kohlekraftwerk in Elberfeld bald stillgelegt.
Foto: WSW

Eine neue Wärmeleitung zieht sich durch Wuppertal. Im Juni 2016 begannen die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) und die Abfallwirtschaftsgesellschaft Wuppertal mbH (AWG), das kommunale Entsorgungsunternehmen, mit dem Bau einer Fernwärmeleitung vom Müllheizkraftwerk Korzert im Stadtteil Cronenberg auf den Wuppertaler Höhen zum Fernwärmenetz in der Elberfelder Talsohle. „Talwärme“ nennt sich das Projekt dementsprechend. Das Ziel: langfristig eine umweltfreundliche Wärmeversorgung in Wuppertal sicherzustellen. Jetzt ist die 3,2 Kilometer lange Pipeline fertiggestellt und wird in Betrieb genommen. Das feiern die WSW und die AWG mit einem Familienfest am Samstag, 7. Juli 2018, an den Standorten in Cronenberg und am Heizkraftwerk Elberfeld.

Wärme aus der Müllverbrennung für Betriebe und Haushalte

Die 1976 in Betrieb genommene Müllverbrennungsanlage in Cronenberg produziert Strom und Wärme. Das nahegelegene Freibad Neuenhof wird schon seit 1978 mit Wärme von dort beheizt. Und über die sogenannte Fernwärmeschiene Süd werden Betriebe und Haushalte mit Wärme aus der Müllverbrennung beliefert. Lange bewährt ist diese Art der Wärmegewinnung. In Zeiten der Energiewende erweist sie sich als aktueller denn je und wird deswegen nun ausgeweitet. Entscheidender Vorteil der Wärme aus dem Müllheizkraftwerk: Sie wird ohne den Einsatz von Primärenergie produziert. Anders als die Fernwärme aus den Wuppertaler Heizkraftwerken in Barmen und Elberfeld wird sie ohne den Einsatz der fossilen Brennstoffe Gas beziehungsweise Steinkohle hergestellt. Die neue Wärmeenergie ist klimafreundlich, effizient und stammt aus heimischer Produktion.

Heizkraftwerk Elberfeld wird stillgelegt

Die WSW werden über die neue Fernwärmeleitung nun noch mehr Kunden mit umweltfreundlicher Fernwärme aus der Müllverbrennung versorgen. Das Heizkraftwerk Elberfeld wird daraufhin stillgelegt. Das Kohlekraftwerk wird 2019 vom Netz gehen. Die Anlage ist ohnehin modernisierungsbedürftig. Die Investition würde sich betriebswirtschaftlich nicht mehr lohnen.

Vermeidung von 450.000 Tonnen CO2-Ausstoß

Die neu aufgestellte Fernwärmeversorgung in Wuppertal vermeidet durch die Schließung des Heizkraftwerks Elberfeld 450.000 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr. Diese Menge entspricht 60 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes des Wuppertaler Autoverkehrs. Dies bedeutet einen erheblichen Beitrag zum lokalen Klima- und Umweltschutz. Die neue Fernwärmetrasse ist damit das größte Klimaschutzprojekt in der Geschichte Wuppertals.

„Für uns ist die Energiewende auch eine Wärmewende, denn 25 Prozent des CO2-Ausstoßes werden durch den Wärmebedarf verursacht“, erklärt WSW-Chef Andreas Feicht. „Entsprechend hoch ist das CO2-Reduktionspotentzial, wenn man für die Wärmeproduktion umweltfreundliche Verfahren nutzt. Davon profitieren auch Hauseigentümer, denn wer Talwärme nutzt, erfüllt dadurch schon wesentliche Vorgaben der Energieeinsparverordnung“, erklärt Feicht.

Familienfest der WSW am 7. Juli

„Tschüss Kohle, hallo Talwärme!“ - Familienfest der WSW am Samstag, 7. Juli 2018, ab 14 Uhr in Wuppertal mit Programm am Heizkraftwerk Elberfeld an der Kabelstraße 4 und am Müllheizkraftwerk der AWG, Korzert 15.