News vom 29.05.2019

Von Dänemark lernen heißt Effizienz gewinnen

Rückblick auf die Fachkonferenz über städtische Wärmemarkt-Infrastrukturen

Der Wärmemarkt gewinnt in der öffentlichen Diskussion im Rahmen der Energiewende zunehmend an Bedeutung. Es bestehen erhebliche Energieeinsparpotenziale sowie Möglichkeiten der Reduzierung klimaschädlicher Emissionen durch die Integration erneuerbarer Energien. Die vierte Konferenz "Städtische Wärme-Infrastrukturen in Nordrhein-Westfalen und Dänemark" konnte eine Plattform bieten, auf der Vertreter aus dem Energiesektor, Politik und Wissenschaft innovative Kraft-Wärme-Kopplungs-Entwicklungen, bestehende Potentiale und Herausforderungen im Wärmemarkt (mit Fokus auf Fernwärme) in Dänemark und Nordrhein-Westfalen erörterten und Faktoren für einen erfolgreichen Wandel diskutierten. Veranstalter waren die EnergieAgentur.NRW und die NRW.BANK in Kooperation mit der Königlich Dänischen Botschaft und dem Danish Board of District Heating sowie der dänischen Energieagentur.  

Know-How-Transfer mit dänischen Experten

Die Teilnehmer erhielten Informationen über förderrechtliche Rahmenbedingungen zu Neu- und Ausbau von Wärmenetzen sowie zur Wärmeinfrastruktur mit seinen regionalen und kommunalen Wärmekonzepten. Projektbeispiele zur Integration von erneuerbaren Energien und technologischen Innovationen boten einen umfassenden Einblick in den Markt. Im Rahmen der Konferenz konnten in einzelnen Workshops aktuelle Entwicklungen gemeinsam mit dänischen Experten diskutiert werden. Dabei waren die Delegationsteilnehmer explizit aufgefordert, aktuelle Hemmnisse im eigenen Umfeld anzusprechen, um gemeinsam Lösungen zu identifizieren.  

Wärmesektor gewinnt zunehmend an Bedeutung

Margit Thomeczek, Leiterin des „Netzwerks KWK, Nah- und Fernwärme, Kraftwerke“ der EnergieAgentur.NRW, sagte: „In der öffentlichen Diskussion im Rahmen der Energiewende gewinnt der Wärmesektor zunehmend an Bedeutung. In Deutschland ist Nordrhein-Westfalen das am dichtesten besiedelte Bundesland mit einem dementsprechend hohen Wärmebedarf. NRW ist gleichzeitig einer der größten Industriestandorte Europas mit einem vergleichsweise hohen Anteil an energieintensiver Industrie. Demzufolge ist auch das Aufkommen von Abwärme aus industriellen Produktionsprozessen hoch. Besonders Fern-, aber auch Nahwärmenetze können als Abnehmer dieser Wärmeenergie in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Hier lohnt ein Blick zu unseren dänischen Nachbarn, welche mit einem Anschlussgrad von 62 % aller Haushalte an Fernwärmenetze langjährige Erfahrungen im Bereich Fernwärme aufweisen können.“

Innovative Fernwärme-Lösungen made in Denmark

Hans-Werner Leenen von der Netzgesellschaft Niederrhein MBH in Krefeld war Teilnehmer der Konferenz und zog folgendes Fazit: „Sehr hilfreich für und bei unserer Arbeit ist die Möglichkeit zum Austausch mit den dänischen Unternehmen, die genau die Dinge umgesetzt haben, die uns noch fehlen.“ Leenen war auch schon 2018 Teil der Unternehmerreise in den Großraum Kopenhagen und konnte sich hier vor Ort einen Eindruck machen, wie die Dänen die Wärmewende erfolgreich vorantreiben. „Aber auch der Austausch mit den nordrhein-westfälischen Unternehmen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie wir, ist für uns wichtig. Und da bietet eine Konferenz wie heute die ideale Gelegenheit dazu. Ein Großteil der Branche trifft sich hier und fragt sich, wie wir innovative Fernwärme-Lösungen zu unser aller Vorteil einsetzen können“, so Leenen.  

Franz Wilhelm Iven, Referatsleiter „Energietechnik und Krisenvorsorge“ im nordrhein-westfälischen Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, betonte abschließend: „Ich bin sehr beeindruckt von der Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Nordrhein-Westfalen und Dänemark im Wärmesektor. Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir uns letztes Jahr getroffen haben, um über die weitere Zusammenarbeit mit Dänemark zu sprechen. Und heute treffen sich 90 Energieexperten hier in Düsseldorf, um diese Kooperation mit noch mehr Leben zu füllen. Ich denke, diese Zusammenarbeit ist sehr wichtig und fruchtbar für beide Seiten.“